Anne Krischok (SPD): Bezahlbarer Wohnraum wird Mangelware: SAGA/GWG bauen keine Wohnungen mehr – viele soziale Mietpreisbindungen laufen aus

Alle Parteien geloben, dass nach der Wahl der soziale Wohnungsbau endlich vorangetrieben wird. Alle fragen sich: Warum kommt diese Erkenntnis erst jetzt? Warum ist preiswerter Wohnraum zu einem Problem geworden?
Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete und Wohnungsbauexpertin Anne Krischok verweist darauf, dass alleine die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA/GWG im vergangenen Jahr hamburgweit keine einzige (!) Wohnung gebaut hat. Für sie steht fest: „Die vom Schwarz-Grünen-Senat erzwungene 100-Millionen-Abgabe für den Hamburger Haushalt macht sich konkret vor Ort bemerkbar macht“.
Wohnungsbau in Hamburg: Während sich inzwischen (fast) alle Parteien in der Bürgerschaft einig sind, dass Hamburg jährlich 6.000 neue Wohnungen braucht, wird derzeit hamburgweit gerade die Hälfte fertiggestellt: Die wenigsten im Sozialen Wohnungsbau. Hier wird die Lage zunehmend dramatisch, da für die Hamburger Großwohnsiedlungen, die – wie der Osdorfer Born – in den Siebziger Jahren gebaut worden sind, allmählich die sozialen Mietpreisbindungen auslaufen. In Blankenese, Nienstedten, Rissen und Sülldorf stellt dies kein Problem dar: Hier sind die Zahlen verschwindend gering. Auch in Iserbrook ist keine der 540 Wohnungen von SAGA/GWG mehr in der Sozialbindung.
Anders verhält es sich in den angrenzenden Stadtteilen Lurup und Osdorf: Im Jahr 2013 fallen in Lurup 161 Wohnungen und im Jahre 2015 über 500 Wohnungen in Lurup und 735 Wohnungen in Osdorf aus der Mietpreisbindung. Danach sind wieder Mietpreiserhöhungen von 20% alle 3 Jahre möglich. Für diese Menschen wird es schwer, wenn sie die erhöhten Mieten nicht mehr zahlen können, ein neues preiswertes Quartier im Hamburger Westen zu finden. „Wir müssen aufpassen, dass wir hier die Menschen nicht aus Ihren Quartieren vertreiben“ mahnt die SPDWohnungspolitikerin Anne Krischok. „Hamburg starrt immer auf Ottensen, St. Pauli oder Wilhelmsburg: Aber das Problem, dass Mieter aus ihren Quartieren vertrieben werden, hat uns auch im Hamburger Westen bereits erreicht“.

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