Waren die erneuten Fällungen im November auf dem Gelände des Buchenhofwaldes zwingend notwendig und rechtlich zulässig? Das ist eine der Fragen, die die SPDWahlkreisabgeordnete Anne Krischok, die auch für Iserbrook zuständig ist, dem Senat mit einer parlamentarischen Anfrage gestellt hat. Der Senat verweigert jedoch hierzu seine Antwort mit dem Hinweis, dass er schließlich nicht zur Erteilung von Rechtsauskünften da sei. War dann etwa nicht alles rechtlich sauber?
Wegen der weiteren Fällungen fragt Anne Krischok auch, ob der vor Ort geltende Baumschutz für den Restbestand des Buchenhofwaldes unterlaufen werden soll, um so weitere Bebauungsvorhaben zu realisieren.
Diese Frage bewegt nicht nur die Bürgerinitiative „Rettet den Buchenhofwald“, sondern auch die Politik. Nachdem im Februar der Streit um die Fällungen im Buchenhofwald der Senat einen erfolgreichen Bürgerentscheid als rechtlich unwirksam erklärt hatte und das Bezirksamt anwies, die entsprechende Baumfällungen ausführen zu lassen, schien auf dem 3,2 Hektar großen Gelände politisch Ruhe eingekehrt zu sein.
Laut Senatsantworten hat der Bauverein der Elbgemeinden nur die Fällungen „nachgeholt“, auf die er zunächst verzichtet habe. Zitat: „Der BVE bemühte sich bei der Durchführung der Baumaßnahme möglichst viele Bäume zu erhalten und durch baumpflegerische Maßnahmen zu schützen. Leider waren ergänzende Fällungen im Rahmen der erteilten Fällgenehmigung erforderlich.“
Nachdem im Frühjahr offiziell 112 Bäume gefällt wurden, sind nun im November sechs weitere hinzugekommen. Erlaubt hatte das Bezirksamt über 160 Bäume zu fällen. Philipp Cramer von der Bürgerinitiative „Rettet den Buchenhofwald“ ist daher skeptisch, ob es bei den bisherigen Fällungen bleibt. Er moniert die zögerliche Informationsveröffentlichung des Bezirksamts. Dieses hatte u.a. mehrere Gutachten zu Umwelt- und Naturschutzaspekten erstellt, die der Öffentlichkeit nur nach Maßgabe der Bestimmungen des Hamburgischen Informationsfreiheitsgesetzes (HmbIFG) zugänglich gemacht werden. Sprich: Ein entsprechender Antrag muss gestellt werden, Gebühren sind zu zahlen – und dann sieht man weiter.
„Das ist kein bürgerfreundliches Vorgehen: Hier muss den Bürgerinnen und Bürgern besser vorhandene Informationen zugänglich gemacht werden“. Hier ist er mit Frau Krischok einer Meinung: „Es ist sehr traurig, dass die Menschen gegenüber der Politik und Verwaltung ein Misstrauen entwickelt haben: Durch weitere intransparent zu Stande gekommene Baumfällungen wird die Politikverdrossenheit weiter gefördert“.

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