Im Hamburger Hafen soll die weltweit größte Anlage für Wasserstoff-Elektrolyse mit einer Leistung von 100 Megawatt entstehen. Noch in diesem Jahr soll die endgültige Entscheidung dazu fallen.
„Hamburg hat das ehrgeizige Ziel, bis 2035 zu 100 Prozent klimaneutral zu sein“, sagt die SPD-Umweltexpertin Anne Krischok. „Die Gewinnung von Wasserstoff aus Ökostrom kann daher ein zentraler Baustein sein, denn bisher fehlen Speichermöglichkeiten für überschüssigen Strom.“
n dem Ziel der Klimaneutralität arbeiten Hamburg und Schleswig-Holstein in dem Projekt Norddeutsche Energiewende (NEW 4.0) gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft.
Produzieren Solar- und Windanlagen mehr Strom als verbraucht wird, kann die überschüssige Energie genutzt werden, um Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zu zerlegen. Die geplante Anlage im Hamburger Hafen würde mit einer 100-Megawatt-Elektrolyse die bislang betriebenen Anlagen um ein vielfaches übersteigen, denn diese leisten nur bis zu 10 Megawatt.
Wasserstoff kann als Treibstoff verwendet werden. Das Gas lässt sich ebenfalls in der Grundstoff-Produktion einsetzen, denn in der Nähe des Hamburger Hafens arbeiten große Fabriken für Stahl, Aluminium und Kupfer.
Nach Angaben des Herstellers Siemens könnte die Hamburger Anlage ungefähr zwei Tonnen Wasserstoff pro Stunde produzieren. Mit dieser Stundenproduktion könnte ein Auto 200.000 Kilometer weit fahren, ein Lkw 25.000 Kilometer. Die Anlage im Hamburger Hafen soll modular aufgebaut sein, so dass sie stückweise erweitert werden könnte.
Der Bau der Anlage würde einen dreistelligen Millionenbetrag kosten und soll mit Fördermitteln vom Bund und der EU ermöglicht werden. Hamburg stellt die notwendige Fläche bereit.
„Gerade der Offshore-Windstrom könnte effektiver genutzt werden, wenn er bei Überschuss zur Gewinnung von Wasserstoff dient“, sagt Anne Krischok. „Wasserstoff ist der Treibstoff der Zukunft.“
Um die Klimaziele zu erreichen, müssen alle Verbraucher, wie Industrie und Verkehr auf fossile Brennstoffe verzichten. Wasserstoff ist hier eine ideale Alternative, aber noch recht teuer und damit nicht wirtschaftlich genug. Die Politik ist dazu aufgefordert, starke Signale für eine Nutzung zu setzen und zu investieren. Hamburg wäre ein Vorreiter mit der Elektrolyse im Hamburger Hafen.