Hamburgs Wohnungsbau kommt leider nicht in die Puschen: Die Zahl der im vergangenen Jahr fertig gestellten Wohnungen sackte nach aktuellen Zahlen des Statistikamts Nord um 9,6 % auf 3.269 ab – und nicht mehr weit vom Negativrekord aus dem Jahr 2007 von 3.173 Wohnungen entfernt.
Altonas SPD-Stadtentwicklungsexpertin ist über diese fortgehende Entwicklung verärgert: „Die Zahlen zeigen, dass der Senat in der Wohnungsbaupolitik erfolglos bleibt. Bisherige Aktionen – Wohnungsbauoffensiven, Zielvereinbarungen oder Wohnungsbauentwicklungsplan – haben nicht den geringsten Erfolg gebracht“, sagte Anne Krischok. „Das ehrgeizige Ziel, jährlich 5000 bis 6000 neue Wohnungen zu bauen, hat der Senat klammheimlich längst aufgegeben“.
Krischok weist auf das aktuelle Beispiel „HafenCity“ hin: „Wenn die Wohnungswirtschaft der Stadt das Angebot macht, dort unsubventioniert freifinanzierte Wohnungen zu bauen, ist dies doch ein gutes Angebot für bestimmte Zielgruppen. Warum muss Hamburg stattdessen nach Willen des Schwarz-Grünen Senats nun dort mit Garantien den Bau von Büroräumen unterstützen, wo wir in Hamburg hier bereits einen großen Leerstand haben?“ fragt sich die SPD-Politikerin. Sie erinnert daran, dass in den 90er Jahren im Schnitt ca. 7.000 Wohnungen pro Jahr neu gebaut, davon ca. 3.000 Sozialwohnungen. Seit dem Amtsantritt der CDU-Senate, liegen die Zahlen nur noch bei durchschnittlich ca. 3.600 – davon überwiegend Eigentumswohnungen und hochpreisiger Mietwohnungsbau.

Fertigstellungen Wohneinheiten im Jahr
2000 6.502
2001 5.045
2002 3.711
2003 3.862
2004 3.893
2005 3.251
2006 4.278
2007 3.173
2008 3.758
2009 3.269

„Diese Entwicklung ist ärgerlich, denn alle Hamburger Parteien sind sich offiziell einig, dass jährlich mindestens 5.000 neue Wohnungen braucht“ führt die SPDWahlkreisabgeordnete Krischok aus, die Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft ist. „Wir wollen flächendeckend Neubauvorhaben für bezahlbare Wohnungen und sozialen Wohnungsbau: Dabei sollten keine Stadtteile von Vornherein tabuisiert werden. So kann es nicht sein, dass zur Erfüllung dieses Vorhabens beispielsweise in Lurup und Osdorf weitere Hochhäuser aus dem Boden gestampft werden!“

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