SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok: „Hamburg wird bei Reduktion von Schiffsemissionen zum Klimaschutz-Tor zur Welt.“SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok: „Hamburg wird bei Reduktion von Schiffsemissionen zum Klimaschutz-Tor zur Welt.“

Die Fraktionen von SPD und GRÜNEN werden im September einen Antrag zur Reduzierung von Treibhausgasen und Luftschadstoffen in der Seeschifffahrt in die Bürgerschaft einbringen. Ein gleichlautender Antrag soll auch im Gemeinderat von Rotterdam eingebracht werden.

Dazu die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok: „Der Hafen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Hamburg. Damit Klimaschutz in Häfen nicht an der Wettbewerbsfähigkeit scheitert, ist es umso wichtiger, dass die Häfen zusammenarbeiten und die Reedereien gemeinsam davon überzeugen, „sauberen“ Strom im Hafen zu nutzen. So können wir Treibhausgase und Luftschadstoffe reduzieren und den Umwelt- und Klimaschutz vorantreiben.“

Der Senat soll gemeinsam mit Rotterdam eine Konferenz aller relevanten Häfen in der Nordrange organisieren, sich für einen Katalog verbindlicher Maßnahmen zum Klimaschutz einsetzen und die HPA (Hamburger Hafenbehörde) auffordern, zusammen mit der Hafenbehörde in Rotterdam gleichlautende Regelungen zu vereinbaren, um die Schiffsemissionen zu reduzieren.
Des Weiteren soll sich der Senat gemeinsam mit der Stadt Rotterdam bei der Europäischen Kommission für eine europaweite Verbindlichkeit dieser Maßnahmen einsetzen.

„Die Kooperation mit Rotterdam und anderen relevanten Häfen eröffnet uns die Möglichkeit, Klimaschutzmaßnahmen im Sinne des World Ports Climate Action umzusetzen. Dazu zählen die Reduzierung von CO2, mehr Landstrom und LNG betriebene Stromgeneratoren. Mit der Kooperation wird auch sichergestellt, dass der Wettbewerb der Häfen, Reeder und Terminals nicht verzerrt wird und damit dem Wirtschaftsstandort Hamburg nicht geschadet würde“, sagt die Umweltexpertin Anne Krischok.

Hintergrund:
90% des Welthandels werden über die Schifffahrt abgewickelt. Diese Handelsseeschifffahrt ist für 3% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Um diese zu reduzieren und gleichzeitig keine Wirtschaftsstandorte zu gefährden, ist es notwendig, gleiche ökonomische und ökologische Wettbewerbsbedingungen herzustellen.

Auf globaler Ebene gibt es dazu bereits viele Ansätze: das Pariser Abkommen mit Verpflichtungen zur CO2-Reduktion und im martimen Bereich das Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe.
Im vergangenen Jahr hat es in Europa und auch weltweit einige Vorstöße von Hafenstandorten gegeben, die durch Zusammenarbeit den Schadstoffausstoß verringern wollen. Dazu zählt unter anderem das „World Ports Climate Action Program“, welches die Hafenbehörden in Hamburg, Rotterdam, Barcelona, Antwerpen, Los Angeles, Long Beach und Vancouver im Herbst 2018 unterzeichneten. Damit war ein Anfang gemacht, den es jetzt gilt auszubauen, um die angestrebte CO2-Reduktion konkret umzusetzen.