SPD-Anfrage deckt auf: Die SAGA hat seit 2002 97 Wohnungen verkauft und bietet 159 weitere zum Kauf an

Zieht sich Hamburgs städtische Wohnungsbauunternehmen SAGA/GWG immer mehr aus dem Stadtteil Lurup zurück? Eine Anfrage der SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft ergab, dass die SAGA seit 2002 97 Wohnungen veräußert hat und bietet aktuell weitere 159 Wohnungen zum Kauf an. Dabei wurden die Verkäufe sowohl an Mieter als auch an Dritte getätigt – was für die betroffenen Mieter die Folge haben könnte, dass sie künftig mit steigenden Mieten konfrontiert werden. Die SPD-Wahlkreisabgeordnete Anne Krischok sieht diese Entwicklung kritisch, zumal sie in Lurup mit dem Herausfall tausender Wohnungen aus der sozialen Mietpreisbindung zusammenfällt. „Seit dem Jahr 2000 über 3.300 Wohnungen aus der Mietpreisbindung herausgefallen – und im Jahr 2013 fallen 244 Wohnungen aus der Sozialbindung und 2 Jahre später gar über 500.“ Diese Daten gehen aus einer früheren Senatsanfrage von Frau Krischok zum Wohnungsbau im Stadtteil Lurup hervor. Daher ist es ihrer Ansicht nach wichtig, dass die SAGA auch in Lurup preiswerte Wohnungen für jüngere Familien vorhält.
Anne Krischok ist Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft und wirft dem Senat vor, dass nicht nur der Bau von Sozialwohnungen im Hamburger Westen faktisch eingestellt worden ist, sondern die SAGA mit Sonderabgaben Geld zur Finanzierung Hamburger Leuchtturmprojekte einbringen muss. „Und da sie bei Mietpreiserhöhungen auch gesetzlichen Grenzen unterworfen ist, bietet sie weiter Wohnungen zum Kauf an“ vermutet Krischok. „Grundsätzlich ist es ja auch nicht verkehrt, Wohnungen an Mieter zu verkaufen, wenn diese dies wollen und sich für Ihren Lebensabend ihren Wohnraum sichern wollen: Aber wenn dies nur geschieht, damit in Hamburg Luxusprojekte finanziert werden, sollte hier nicht Druck auf die betroffenen Mieter ausgeübt werden.

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