SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok: „Fassadengrün kann Schadstoffe binden und Hamburg weiter bei der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels unterstützen.“

Die Hamburgische Bürgerschaft hat in ihrer jüngsten Sitzung einen Antrag von SPD und Grünen zur Verbesserung des Stadtklimas beschlossen. Auch Hamburg wird nicht vom Klimawandel verschont und muss sich auf heiße Sommer, längere Trockenperioden und Starkregen einstellen. Dadurch werden die Stadtnatur gestresst und die Tier- und Pflanzenwelt geschädigt. Vor allem aber kann langanhaltende Sommerhitze für ältere oder bereits vorerkrankte Menschen gravierende gesundheitliche Probleme mit sich bringen.

Die Umwelt- und Stadtentwicklungsexpertin Anne Krischok (SPD) zum Antrag: „Die Begrünung von Fassaden findet bisher wenig Beachtung, obwohl sie auch zu einer grüneren Stadt und einem besseren Klima beiträgt. Wir wollen mit begrünten Hausfassaden – in Ergänzung zur Dachbegrünung – einen Beitrag gegen die Überhitzung in der Stadt leisten. Pflanzen sorgen obendrein für eine kühlere Umgebung und können Schadstoffe binden. Sie sind Lebensraum für Vögel, Kleinsäuger und Insekten. Darüber hinaus tragen diese zu einem lebendigen Stadtbild bei.“

Mit dem Antrag fordert die Bürgerschaft deshalb den Senat auch auf, dem Thema Fassadenbegrünung einen neuen Stellenwert zu geben. Hierfür soll mit mindestens sechs Pilotprojekten eine Strategie entwickelt werden.

„Ich würde mich freuen, wenn viele Bürgerinnen und Bürger sich an Fassadenund Dachbegrünungen beteiligen. Dann wird unser schönes Hamburg noch grüner“, sagte Anne Krischok abschließend. „Und wir leisten einen Beitrag zum Klimaschutz.“ Hintergrund:

Ende Juli 2017 wurde der Behörde für Umwelt und Energie der Zuschlag für das Förderprojekt „Bau nie ohne! Urbanes Grün in allen Dimensionen“ vom Bundesbauministerium erteilt. In diesem Rahmen wurden bereits Schritte für die Weiterentwicklung der Gründach-Strategie und den Aufbau einer Strategie zur Fassadenbegrünung unternommen.

Gründächer werden bereits über das Hamburger Gründachprogramm gefördert und sind bei vielen Neubauten verpflichtend.

In sechs Pilotprojekten sollen nun Erfahrungen mit Fassadenbegrünungssystemen, Pflanzenarten und den dadurch entstehenden Kosten gesammelt werden. Die Bandbreite der Pilotprojekte soll dabei verschiedene Anwendungssituationen umfassen (Gewerbebauten, z. B. Logistikhallen, Bürogebäude, Wohnungsbauten, öffentliche Gebäude, z. B. Schulen, Bestandsgebäude und Neubauvorhaben sowie Straßenräume). Die Voraussetzungen für die Finanzierung dieser Projekte soll ebenfalls geprüft werden.

Des Weiteren soll die Information über Fassadengrün verbessert werden.