SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok: „Wir nehmen Beobachtungen sehr ernst, die an uns herangetragen werden, schauen genau hin und suchen nach Lösungen“.

Viele Hamburgerinnen und Hamburger im Westen der Stadt haben den Eindruck, dass der Lärm durch startende und landende Flugzeuge stark zugenommen hätte und die Flugrouten sich stillschweigend über die westlicheren Stadtteile verschoben hätten.
Für die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok ist es selbstverständlich, dass diesen Berichten nachgegangen wird. Und das nicht nur, weil ihr Wahlkreis in genau diesem Gebiet liegt. „Die direkt betroffenen Menschen sind für uns Abgeordnete oft die Augen und Ohren. Wenn wir nicht zufällig in einem betroffenen Gebiet selber wohnen, würden wir von Problemen vor Ort oft viel zu spät erfahren, wenn wir nicht wegen solcher Rückmeldungen so viele Bürgergespräche führen würden.“

Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok, die Mitglied im Umweltausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft ist, hat bei der Stadt eine Überprüfung der Situation in Auftrag gegeben. Sie hatte dies in einer Diskussionsveranstaltung der „Initiative gegen Fluglärm im Hamburger Westen“ (IFL) zum Thema „Fluglärm im Hamburger Westen“ Ende 2016 zugesagt. Die Ergebnisse liegen nunmehr vor.

Im vergangenen Jahr waren mobile Messstellen des Hamburger Flughafens , auch in Lurup und Osdorf, dem Wahlkreis von Anne Krischok, im Einsatz:

  • Messstelle im Farnhornweg in Lurup (ca. 1 km nordwestlich der An-/Abfluglinie):. Dort wurde vom August 2015 bis Februar 2016 gemessen, um die Beschwerden wegen einer Westverschwenkung der Abfluglinie zu überprüfen.
  • Messstelle am Hemmingstedter Weg in Osdorf: Der Standort auf dem Gelände der Internationalen Schule lag direkt unter der An-/Abfluglinie. Damit war sichergestellt, dass sowohl die Starts als auch die Landungen erfasst werden. Die Messung fand vom 21.4. bis 1.11.2016 während der sechs verkehrsreichsten Monate statt. Dadurch wurde eine „Worst-Case-Situation“ für die Elbvororte bestimmt.

Das Ergebnis der Messungen hat auch mich selber überrascht“, gesteht die Sozialdemokratin. „Selbst während der sechs verkehrsreichsten Monate war die Lärmbelastung nämlich nicht nur deutlich unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten, sondern sogar etwas niedriger als noch im Jahr 2000.“

Für den Unterschied zwischen den Wahrnehmungen der Hamburgerinnen und Hamburger und den Messwerten lässt sich jedoch eine Erklärung finden: Im Jahr 2013 gab es wegen umfangreicher Bauarbeiten am Flughafen fast keine Starts und Landungen über den Hamburger Westen. Nach diesem dadurch sehr ruhigen Jahr, wurden anschließend die Lärmbelästigungen als deutlich stärker wahrgenommen als vorher.

Die Messstelle in Lurup hat während des Messzeitraums ca. 14.000, die Messstelle in Osdorf 19.000 Flüge erfasst. Die Fluglärmmessstellen können mittels Radarkorrelation den Fluglärm von anderen Lärmquellen unterscheiden und separat ermitteln. In Lurup wurden Dauerschallpegel für Fluglärm von 51,7 dB(A) tags und 34,4 dB(A) nachts gemessen, in Osdorf waren es Dauerschallpegel von 53,2 dB(A) tags und 44,8 dB(A). Die höheren Werte in Osdorf sind durch die Lage unmittelbar unter der An-/Abfluglinie bedingt.

Aber auch wenn die Belastung nur subjektiv stärker ist, sei das kein Grund, nicht weiter nach Verbesserungen zu suchen, findet Anne Krischok. „Es ist hinlänglich bewiesen, dass Lärm krank machen kann. Darum werden wir auch weiter darauf achten, dass da, wo Menschen sich gestört fühlen, dies ernst genommen wird.“ Messwerte wären eine gute Grundlage, um eine Diskussion sachlich zu halten, aber auch wenn es keine überschrittenen Grenzwerte gäbe, sei für sie damit nicht das Ende der politischen Debatte erreicht. „Am Beispiel des Flachstart-Verfahrens haben wir ja erst vor kurzem gesehen, dass es oft Möglichkeiten für Lösungen gibt, wenn deutlich wird, dass uns Lärmschutz wichtig ist“, betont Anne Krischok. Vermutlich noch im März werden die Richtlinien für Piloten so geändert, dass es keine besonders lauten Flachstarts mehr geben wird. Das ist ein handfestes Beispiel dafür, wie aus dem Kontakt zwischen Hamburgerinnen und Hamburgern und ihren Abgeordneten Lösungen für Probleme entstehen können.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind im Internet verfügbar: Mobile Messtelle C01 in Lurup, C02 in Osdorf.

Hier finden Sie die Pressemitteilung im PDF-Format.