Anne Krischok: „Hamburg hat seine Hausaufgaben schon vor der Klage der EU-Kommission gemacht.“

Die EU-Kommission klagt gegen Deutschland und andere Mitgliedsstaaten der EU, weil in vielen Städten und Gemeinden die zulässigen Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft dauerhaft überschritten werden. Besonders betroffen sind die Großstädte, auch Hamburg.

Die SPD-Umweltexpertin Anne Krischok ist nicht überrascht. Das Verfahren sei schließlich schon 2015 eröffnet worden und würde von der Kommission jetzt lediglich konsequent weiter geführt. „Wer geglaubt hat, das Problem könnte ausgesessen werden, hat jetzt ein Problem“, sagt Krischok. Die Stadt Hamburg habe deshalb in den letzten Jahren schon eine Reihe von Initiativen ergriffen, um einer Klage zuvor zu kommen.

„Wichtig war vor allem, dass wir eine umfangreiche Analyse der Verursacher vorgenommen haben. So können wir recht präzise sagen, wer an welchen Stellen in der Stadt welche Schadstoffe freisetzt“, erklärt Krischok. Es sei deshalb kein Zufall, dass Hamburg die erste Stadt bundesweit ist, die eine konkrete Planung für eine Durchfahrtsbeschränkung für Dieselfahrzeuge vorweisen kann. „Wichtig ist dabei, dass Einschränkungen so klein wie möglich gehalten werden und auch nur da, wo sie wirklich helfen. Das schaffen wir, weil wir gut vorbereitet sind. Das gilt auch für die Umstellung der Busse in der Stadt, für die wir heute die technischen Voraussetzungen schaffen, sodass ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse neu beschafft werden.“

Darüber hinaus habe die Analyse gezeigt, dass insbesondere die Abgase aus dem Hafen zu problematischen Werten geführt hätten. „Auch hier sind wir seit Langem dabei, neue Wege zu gehen“, fährt Anne Krischok fort. „Wir haben beispielsweise bereits Anfang 2017 mit einem emissionsfreien Containerterminal aufgezeigt, was möglich ist, wenn Stadt und Wirtschaft
gemeinsam Initiativen entwickeln. Auch die Landstromversorgung für die Kreuzfahrtschiffe im Hafen ist ein Baustein eines Erfolgsmodells, das dieses Jahr sogar kostendeckend betrieben wird.

Jetzt kommt ein weiterer Ansatz hinzu, der in der letzten Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossen wurde. Bis Mitte 2019 wird die Stadt gemeinsam mit den Fähr- und Barkassenbetreibern im Hamburger Hafen, aber auch mit den Schlepperbetrieben eine Initiative entwickeln, wie durch neue Antriebstechnologien der Schadstoffausstoß im Hafen noch einmal deutlich gesenkt werden kann. „Wir führen hier den erfolgreichen Ansatz weiter, den wir im Luftreinhalteplan skizziert haben. Wir suchen gemeinsam mit den Beteiligten nach Lösungen, die zum einen die Luft in der Stadt verbessern. Zum anderen stärken wir damit aber auch die Wirtschaft und die Hamburger Unternehmen, weil sie fit für die Zukunft werden und oft auch ihr gewonnenes Knowhow weiter vermarkten können.“ Darum ist Anne Krischok zuversichtlich, dass die Stadt Hamburg auf dem richtigen Weg ist.

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