Anne Krischok (SPD): Unverantwortliche Schwarz-Gelbe Nachbarn sind hier kein Vorbild für uns in Hamburg

Droht am Hamburgs westlicher Grenzen ein Eldorado des Glückspiels? Der schleswig-holsteinische Landtag hat mit Stimmen von CDU und FDP eine weitgehende Liberalisierung des Glücksspiels in Schleswig-Holstein beschlossen, die in einem halben Jahr – also zum 1. März kommenden Jahres – beschlossen. „Dies bedeutet, dass in Pinneberg, Schenefeld und Wedel in einem halben Jahr Online-Spiele wie Poker oder Sportwetten bei privaten Buchmacher erlaubt sein werden“ macht die SPDBürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok ihre Sorge deutlich. Auch Internet-Spiele wie Online-Poker und Online-Casinospiele sind demnach möglich; allerdings nur, falls es bis dahin keinen neuen Staatsvertrag mit den anderen Bundesländern gibt.

Die SPD-Politikerin Krischok ist über diese Entscheidung sehr besorgt: „Wir wollen kein Indianerreservat in Norddeutschland, in dem das Glücksspiel komplett freigegeben ist. Die Regulierung des Glücksspiels zum Schutz der Spieler vor Betrug und der Verhinderung von Glücksspielsucht ist eine gemeinsame Aufgabe der Länder.“

In den kommenden Monaten werden die Bundesländer weiter um eine einheitliche Regelung ringen. Für Anne Krischok ist jedoch klar, dass Hamburgs Position schon klar ist: „Keine völlige Freigabe des Glückspiels! Wenn man Kinder und Jugendliche davor schützen will, kann man nicht wie in Schleswig-Holstein nun alles erlauben und hoffen, dass dadurch alles gut wird“. Sie vermutet, dass Schleswig-Holstein durch diesen Alleingang primär seine Kassen füllen wird und auf mögliche Einnahmen von 60 Millionen Euro – denn nun werden alle Online-Anbieter sich dort ansiedeln wollen. „Man muss aber auch in einer Demokratie nicht jeden Unsinn mitmachen“ verdeutlicht Krischok ihren ablehnenden Standpunkt.
Zum Hintergrund: Der Glückspielstaatsvertrag läuft Ende des Jahres aus. Der Europäische Gerichtshof hatte diesen im September 2010 wegen unzureichenden Jugendschutzes und unklare Handhabung von staatlichen und privaten Wettanbietern für unzulässig erklärt. Die Ministerpräsidenten der 15 übrigen Bundesländer wollten in der Neufassung den Sportwettenmarkt nur teilweise für private Anbieter öffnen und begrenzt zeitlich befristeter bundesweiter Lizenzen vergeben.

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