Das wichtigste Politikthema in Hamburg ist seit der letzte Bürgerschaftswahl der Wohnungsbau – und die Opposition beklagt, dass die Umwelt zu kurz kommen würde. „Irrtum“ sagt die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok: „Wir werden in Hamburg einen Biotopverbund etablieren, welcher das Überleben bestimmter Arten sichern soll – und realisieren damit eines der wichtigsten Ziele des Bundesnaturschutzgesetzes“.

Bereits jetzt sind rund 20 Prozent der Landesfläche als Landschaftsschutzgebiete und über acht Prozent Hamburgs als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Zusammen mit den landwirtschaftlich genutzten Flächen sind 40 Prozent der Hansestadt grüne Freiräume. Dennoch stellt der Biotopverbund laut Anne Krischok, die auch Vorsitzende im Umweltausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft ist, eine neue ökologische Qualität dar, da damit nicht nur der Erhalt von Landschaften und der dortigen Natur umfasst wird, sondern auch die dort vorkommenden Tierarten einen Schutzstatus zugesprochen bekommen.

Anne Krischok hierzu: „Wir brauchen Wohnungs- und Gewerbebau. Wir wollen aber auch eine grüne Stadt bleiben; denn das macht Hamburg so lebenswert. Deshalb will die SPDFraktion den Biotopverbund jetzt rechtlich und faktisch absichern. Hierzu bringt sie einen Antrag in die nächste Bürgerschaftssitzung ein. Krischok erinnert daran, dass CDU und GAL bereits in der letzten Legislaturperiode beschlossen hatten, 15 Prozent der Landesfläche als Biotopverbund auszuweisen: „Der Beschluss wurde allerdings nie umgesetzt, was sogar der Rechnungshof kritisiert hatte“, so Krischok.
Zum Hintergrund:

Der Biotopverbund oder die Biotopvernetzung ist die Schaffung eines Netzes von (Einzel-) Biotopen, welches das Überleben bestimmter Arten sichert. Der Biotopverbund ist dann gegeben, wenn ein funktionaler Kontakt zwischen Biotopen (Lebensräumen) besteht, der eine Vernetzung zwischen Populationen von Organismen in Form von Beziehungssystemen ermöglicht.

Bereits im November 2007 hatte die damalige Bundesregierung eine „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ verabschiedet und konkrete Ziele für den Aufbau eines Biotopverbundes benannt. So sollte bis 2010 ein Netz verbundener Biotope geschaffen werden, das mindestens 10 Prozent eines jeden Landes umfasst, um die Lebensräume wild lebender Arten dauerhaft zu sichern. Dabei sollten unter anderem Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und andere geschützte Landschaftsteile verbunden werden, um funktionsfähige ökologische Wechselbeziehungen zu gewährleisten.

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