Bundesregierung unterstützt Welterbebewerbung der Speicherstadt und Kontorhausviertel bei der UNESCO – Entscheidung fällt 2015!

Anne Krischok (SPD): Ich freue mich, dass die Speicherstadt gewürdigt werden soll. Sie ist das größte zusammenhängende, einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt

Hamburgs Wattenmeer gehört zum Weltnaturerbe – bekommt Hamburg auch bald ein Weltkulturerbe? Nachdem der Senat im vergangenen Jahr die Nominierung der Speicherstadt und des Kontorhausviertel mit Chilehaus für das Weltkulturerbe beschlossen hatte, hat die Bundesregierung diese Vorschläge nun übernommen. Somit werden diese Bauten von der Bundesrepublik bei der UNESCO als Vorschläge offiziell zur Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes eingereicht.
Im Sommer 2015 wird die UNESCO entscheiden, ob auch die UNESCO von der Bedeutung der Hamburger Speicherstadt und dem Kontorhausviertel überzeugt werden konnte. Wenn dies gelingt, wäre es laut UNESCO-Übereinkommen dazu verpflichtet, sein Welterbe unter vollem Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel zu erfassen, zu schützen und zu erhalten, sowie seine Weitergabe an zukünftige Generationen sicherzustellen. „Diese Aufgabe würden wir gerne übernehmen. Wir wissen, dass Hamburg einer der schönsten Städte der Welt ist – und sie wäre eines Weltkulturerbes würdig“, weiß die SPD-Politikerin Anne Krischok.
Was passiert bis zur Entscheidung im kommenden Jahr? Im laufenden Jahr werden von der UNESCO beauftragte Gutachter Hamburger Stätten aufsuchen und ein Gutachten zum außergewöhnlichen universellen Wert des Ensembles abgeben sowie überprüfen, ob die vorgestellten Maßnahmen zum Erhalt der potentiellen Welterbestätten ausreichen. Deren Bewertung wird dann 2015 dem Welterbe-Komitee auf seiner jährlich stattfindenden Sitzung vorgelegt wird. Auf dieser Sitzung, die meistens im Juni stattfindet, könnte dann über die Aufnahme der Hamburger Stätten entschieden werden.

Zum Hintergrund über die Speicherstadt und zum Kontorhausviertel

Die Speicherstadt ist bis heute das größte zusammenhängende, einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt. Sie entstand zwischen 1885 und 1927 und besteht aus 15 Lagerhäusern und einer Reihe von Einzelbauten. Das Ensemble zeichnet sich durch seine außergewöhnliche städtebauliche und architektonische Geschlossenheit aus. Von vergleichbarer Homogenität ist das nördlich des Zollkanals angrenzende, vorwiegend in den 1920er- und 1930er-Jahren entstandene Kontorhausviertel. Das von Fritz Höger geschaffene Chilehaus gilt als Ikone des Expressionismus in der Architektur und ist eines der eindrucksvollsten Stadtbilder der 1920er Jahre in Deutschland und das erste reine Büroviertel auf dem europäischen Kontinent. Herausragendes Beispiel dieses Komplexes ist das 1922 – 1924 von dem Architekten Fritz Höger errichtete Chilehaus, das als größte baukünstlerische Leistung des deutschen Backstein-Expressionismus bezeichnet werden kann.

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