Seit dem Jahr 2000 sind über 3.300 Wohnungen aus der Mietpreisbindung gefallen

In Hamburg müssen jährlich 5000 neue Wohnungen gebaut werden und jährlich fallen hunderte Wohnungen aus der sozialen Mietpreisbindungen: Beides ist inzwischen eine Alltagswahrheit in der Diskussion über den Wohnungsbau in Hamburg. Die SPDBürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok möchte es nicht bei solch allgemeinen Feststellungen bewenden lassen – und hatte daher in einer Anfrage den Senat konkret über die Wohnsituation im Stadtteil Lurup befragt.
Interessante, ja auch erschreckende Ergebnisse sind dabei herausgekommen: Zu Beginn des Jahres sind 433 Wohnungen aus der sozialen Mietpreisbindung herausgefallen: Insgesamt sind seit dem Jahr 2000 über 3.300 Wohnungen aus der Mietpreisbindung herausgefallen, was bei den Betroffenen leider deutliche Mietpreiserhöhungen zur Folge hatte. Ein Wegzug aus Lurup kommt für viele nicht in Frage, da die Mietpreise immer noch unter dem allgemeinen Mietenspiegel liegen. In den kommenden Jahren rücken die nächsten Wellen an: 2013 fallen 244 Wohnungen aus der Sozialbindung und 2 Jahre später gar weitere 502. „Zusammengefasst werden von 2009 bis 2016 somit in Lurup 1.182 Wohnungen aus der sozialen Mietpreisbindung herausfallen“ resümiert Anne Krischok.
Dagegen ist öffentlicher Wohnungsbau in Lurup bislang weniger der Rede wert: Laut Senatsaussagen sei in den kommenden Jahren kein öffentlich geförderter Wohnungsbau geplant sind. Zu diesem Zeitpunkt stand noch nicht fest, dass auf Teilen von Hermes über 200 Sozialwohnungen angedacht sind. Anne Krischok macht deutlich: „Sozialwohnungen in Lurup bedeuten kein Ghetto, sondern bezahlbarer Wohnraum für junge Familien“.
Während im letzten Jahr in Lurup 63 neue öffentlich geförderte Wohnungen errichtet wurden, gibt es noch keinerlei Aussagen vom Bezirksamt, welche Flächen für weiteren Wohnungsbau im Blick sind. Was schade ist: SAGA GWG wird mit einem Sonderinvestitionsprogramm hohe Millionensummen in Großwohnsiedlungen investieren – nur nicht in Lurup. Während im Osdorfer Born in nächsten 10 Jahren 45 Millionen Euro für die Wohnumfeldverbesserung und Sanierungsarbeiten investiert werden, kann Lurup leider derzeit auf keine entsprechende Unterstützung hoffen.

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