SPD-Abgeordnete Anne Krischok und Frank Schmitt freuen sich über eine fraktionsübergreifende Lösung

In der vergangenen Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft wurde ein zusätzlicher Feiertag für Hamburg beschlossen. Der 31. Oktober wird zukünftig als „Tag der Reformation“ ein gesetzlicher Feiertag.

Hamburg hatte bisher lediglich neun Feiertage im Jahr, Spitzenreiter Bayern kommt demgegenüber auf 13. Bereits früh zeichnete sich ab, dass es eine breite Mehrheit in der Bürgerschaft für einen zusätzlichen Feiertag geben wird. Über die Fraktionsgrenzen hinweg ist ein transparentes Abstimmungsverfahren auf der Basis von Gruppenanträgen entwickelt worden, das allen Bürgerschaftsabgeordneten eine freie Meinungs- und Entscheidungsfindung ermöglichen sollte. Aus den zahlreiche Vorschlägen und Ideen für Feiertage kamen schließlich Gruppenanträge zur Abstimmung, die sich für den Weltfrauentag am 8. März, den Tag des Grundgesetzes am 23. Mai, den Tag der Befreiung am 8. Mai und den 31. Oktober als „Tag der Reformation“ als gesetzlichen Feiertag aussprachen. Eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten stimmte schließlich für den 31. Oktober als neuen gesetzlichen Feiertag.

Die SPD-Abgeordnete Anne Krischok ist mit der Lösung zufrieden. „Der 31. Oktober hat den Vorteil, dass sich eine große Anzahl Hamburgerinnen und Hamburger darunter etwas vorstellen können. Für viele wird das sicherlich der Reformationstag sein, aber vielleicht erinnert sich auch jemand daran, dass 1970 an diesem Tag der Deutsche Fußballbund das Verbot des Frauenfußballs aufgehoben hat.“ Man müsse den Tag nicht als christlichen oder religiösen Feiertag verstehen. Nicht zuletzt unterstreiche die über die Fraktionen hinweg reichende Unterstützung des Antrags und die das gemeinsame Einführen in ganz Norddeutschland den verbindenden Charakter, findet Anne Krischok.

Ihr Fraktionskollege Frank Schmitt denkt auch daran, was mit dem Reformationstag zusammenhängt. „Die meisten erinnern sich vermutlich daran, was im Schulunterricht behandelt wird. Nämlich, dass sich einige Geistliche von der katholischen Glaubenslehre abgewandt haben. Aber Reformation bedeutet ja in der Übersetzung ‚Wiederherstellung oder Erneuerung‘. Am Ende des Prozesses stand nicht nur eine neue Kirche, sondern eine neue Gesellschaftsordnung“, so Frank Schmitt. Von der Reformation vor 500 Jahren sei ein großer Impuls zur selbstbestimmten Religiosität und zur gesellschaftlichen Aufklärung ausgegangen. Gleichzeitig wurde damit auch der Grundstein für ein neuzeitliches Schul- und Sozialwesen in unserer Stadt gelegt. „Ohne die Reformation und dem damit verbundenen Erleben, dass sich Gesellschaft verändern lässt, wäre heute vieles anders“, so der Sozialdemokrat Frank Schmitt. Religions- und Glaubensfreiheit, so wie sie für uns selbstverständlich erscheinen, sei auch ein Ergebnis dieses Impulses.

Beide Abgeordnete sind sich einig, dass der neue Feiertag genügend Interpretationen möglich macht und auch als Tag für gesellschaftliche Impulse genutzt werden kann. Der „Tag der Reformation“ lädt hierzu alle Bürgerinnen und Bürger ein, der Geschichte zu erinnern, aber auch Zukunft aktiv mitzugestalten. Ein so verstandener Tag der Reformation wäre damit auch ein Gedenktag und Auftrag zugleich für die ganze Gesellschaft, für religiös Gebundene wie Religionslose.

Um die Bedeutung des Tages der Reformation auch in die Breite der Bevölkerung zu tragen, soll die Stadt mit einem entsprechenden Veranstaltungsprogramm wichtige Debattenforen bereitstellen. Außerdem hat die Hamburgische Bürgerschaft in diesem Zusammenhang beschlossen, dass an diesem Tag grundsätzlich freier Eintritt in den Museen der Stadt besteht.

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