Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok (SPD): Erstmals gibt es Hoffnung für die lärmgeplagten Anwohner in Bahrenfeld, Lurup und Osdorf, die oberhalb des Tunnels wohnen.
In den Wohnungen von drei Stadtteilen oberhalb des XFEL-Tunnels sind Lärm- und Schwingungsemissionen wahrnehmbar: Das räumte DESY nun auch offiziell, wenngleich verniedlichend, in einer Hauswurfsendung an die Anwohnerinnen und Anwohner entlang der untertunnelten Straßenzüge in Bahrenfeld, Lurup und Osdorf ein. Auf der gesamten Tunnelstrecke befinden sich etwa 3.300 schwere Bodenplatten auf einem Betonunterbau, die minimal „kippeln“, wenn Gabelstapler über diese fahren. Die Fahrgeräusche und Bodenschwingungen werden über das Grundwasser an die Oberfläche weitergeleitet.

Anne Krischok, die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete für den Hamburger Westen, wollte vom Senat in einer parlamentarischen Anfrage wissen, welche Maßnahmen DESY zur Lärmminderung plant. Aus den nun vorliegenden Senatsantworten geht hervor, dass DESY endlich Maßnahmen ergreifen will, um weitere Geräusche in der Installations- und Betriebsphase weitestgehend zu reduzieren: Die betroffenen Anwohner will DESY zeitnah über die Entwicklung unterrichten. Und: Es soll deutlich ruhiger werden!
Was ändert sich konkret? Der Senat teilte auf Krischok neuste Anfrage auch mit, dass die bauvertraglichen Pflichten von der ARGE Tunnel XFEL am 22. Februar direkt an DESY übergeben wurden. Nach den Arbeiten zur Erstellung des eigentlichen Tunnels sollen die Tunnel-Transportfahrzeuge künftig nicht mehr so mehr häufig im Einsatz sein. Vielmehr würde jetzt der Elektronenbeschleuniger mit der erforderlichen Infrastruktur installiert.

Die SPD-Politikerin weist kritisch darauf hin, dass es keine weiteren speziellen Auflagen in puncto Arbeitszeiten oder Lärm- und Schwingungsemissionen gibt. Diese hat das zuständige Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) nicht in den Planfeststellungsbeschluss für XFEL aufgenommen.

„Das ist ärgerlich, denn ohne festgelegte Regelungen hat man keine Rechtssicherheit für die Menschen vor Ort“ so Krischok. Sie erinnert zudem daran, dass es solche Ankündigungen schon in der Vergangenheit gab. „Noch im Planfeststellungsbeschluss hieß es, dass Lärm- und Schwingungsemissionen nicht zu erwarten seien. Nun behauptet DESY, dass nach den bisherigen Erfahrungen keine an der Oberfläche wahrnehmbaren Geräusche zu erwarten seien. Ich hoffe, dass die Prognosen wenigstens dieses Mal eintreten“.

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